TRAUMPAARE DER NATUR - OG Vierkirchen

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TRAUMPAARE DER NATUR

UMWELT-TIPPS
Nachfolgend ein paar Doppelportraits von Tier-Pflanze, welche wir laufend fortführen. Dahinter steckt die Idee „Tiere pflanzen“ – indem wir also die Blumen, Gehölze oder Bäume anpflanzen, die eine bestimmte Tierart als Nahrung nutzt, haben wir gleichzeitig das passende Insekt, den richtigen Vogel zu uns gelockt!
 
Haben Sie eine interessante Tierbeobachtung gemacht, die Sie mit uns teilen möchten, oder liegt Ihnen ein besonderes Tier am Herzen?
 
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Stieglitz und Wilde Karde
Mit seinen prächtigen Farben sieht der Distelfink oder Stieglitz fast exotisch aus. Er ist unser buntester Singvogel und ganzjährig bei uns anzutreffen. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, die Bebauung von Brachflächen und die monotonen Gärten mit nicht-heimischen Stauden und Gehölzen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Zum Glück kann man in Vierkirchen den Stieglitz noch finden. Wenn wir in unserem Garten einige seiner Lieblingspflanzen wachsen lassen, können wir ihn relativ leicht beobachten.

Zu seinen Lieblingen gehört der Löwenzahn. In kleinen Trupps biegen die Stieglitze die abgeblühten Löwenzahnstängel zu Boden und picken sich geschickt die Samen heraus. Auch andere verblühte Stauden hat der Stieglitz zum Fressen gern: Kornblumen, Nachtkerzen, Wegwarte, Disteln, Sonnenblumen und Lavendel, besonders jedoch die Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Diese imposante Pflanze mit bis zu 2 Metern Wuchshöhe schmückt sich mit vielen lila blühenden Köpfen, die auch den Distelfalter, Hummeln und Bienen magisch anziehen. Nach einem Regenschauer bilden sich in den Blattachseln kleine Tümpel, die viele Tage lang das Wasser speichern. Mit ihrem eleganten Wuchs und den lila Blüten kann es die alte Heilpflanze mit Gartenstauden aufnehmen. Die zweijährige Pflanze, die trotz ihrer stacheligen Stängel nicht zu den Disteln gehört, lässt sich relativ leicht aus Samen anziehen. Inzwischen haben viele Gärtnereien die Samen im Sortiment. Wenn sich im zweiten Jahr aus der Blattrosette der verzweigte Stängel emporhebt, braucht die Karde viel Platz und ist daher in Einzelstellung oder als Blickfang im Staudenbeet gut aufgehoben.

Den ganzen Winter hindurch kommen die Stieglitze immer wieder zu Besuch, um auch die letzten Samen herauszupicken, und sie nehmen dieses natürlich gewachsene Futter lieber an als die Körner im Futterhaus. Wenn wir die Karde stehen lassen, anstatt im Herbst den Garten „aufzuräumen“, tun wir nicht nur dem Stieglitz einen Gefallen. Zahlreiche Insekten überwintern ebenfalls in und an den Stängeln und Samenständen. Am besten entfernen wir die Pflanze erst Ende März, und lassen die Überreste noch eine Weile an geschützter Stelle liegen, damit z.B. Solitärbienen dann unbeschadet aus den hohlen Stängeln schlüpfen können und weder im Häcksler noch im Wertstoff-Container ihr Leben lassen.


Gewöhnlicher Hornklee und Hauhechel-Bläuling
Wer Schmetterlinge sehen will, muss Raupenfutter pflanzen

Zu den schönsten Schmetterlingen unserer ursprünglichen Wiesen gehören Bläulinge. Der Gemeine Bläuling oder Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) ist bei uns die häufigste von fast 50 in Deutschland lebenden Bläulings-Arten. Die Flügel-Innenseiten des Männchens leuchten blau, die der Weibchen sind braun. Im Sitzen hat er meistens die Flügel zusammengelegt, so dass man nur die hübsche grau-blau behaarten Unterseiten mit auffälligen orangenen Randflecken und kleinen schwarzen, weiß umrandeten Punkten sieht. Die Älteren mögen sich noch daran erinnern, dass diese bunten Falter früher in großer Zahl über den Wiesenblumen tanzten. Heute sieht man beides kaum noch: blütenreiche Wiesen und die bunten kleinen Bläulinge.

Eine große Vielzahl der schönen, den meisten Menschen inzwischen unbekannten heimischen Wiesen-Stauden sind an magere Standorte angepasst. Das sind Lebensräume, die früher häufig waren, sich heute aber in der Agrarlandschaft und auch im Garten kaum noch finden. Das, was wir heute in unserer Umgebung als „Wiese“ bezeichnen, ist in Wirklichkeit Intensiv-Grünland, das ca. 5 Mal pro Jahr gemäht und entsprechend oft gedüngt wird. Durch diese intensive Nutzung können nur noch wenige Blütenpflanzen wie der Löwenzahn wachsen. Je magerer der Boden ist und je länger die Pflanzen Zeit bekommen, sich bis zur Samenreife zu entwickeln, umso artenreicher wird die Wiese.

Magerwiesen mit Schmetterlingsblütlern wie Hufeisenklee, Hopfenklee oder Bunter Kronwicke sind der angestammte Lebensraum des Hauhechel-Bläulings. Dort findet er nektarreiche Blüten, vor allem aber Pflanzen, die seine Raupen fressen können. Besonders wichtig als Raupenfutterpflanze ist für ihn der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus). Wenn Sie den Hauhechel-Bläuling in Ihren Garten locken wollen, sorgen Sie dafür, dass dort der Hornklee wächst. An ihm legt das Weibchen gerne seine Eier ab. Der Hornklee ist eine hübsche Staude mit gelben, manchmal orange überlaufenen Schmetterlingsblüten, wird zwischen 5 und 30 cm hoch und blüht zwischen Mai und September, dann bildet er kleine Schoten mit den Samen aus. In der Natur kommt er vor allem auf sogenannten Halbtrockenrasen vor. Im Garten wächst er gut auf mageren Standorten wie Trockenmauern, Wegrändern oder in einem Wildblumenbeet mit Kies oder Schotter und ein wenig Kompost. (Damit sind übrigens nicht die derzeit so modischen sterilen Rollkiesflächen gemeint, die keine Sandanteile enthalten und keiner Pflanze Lebensraum bieten). Auch in einem Topf auf Terrasse oder Balkon macht der Hornklee eine gute Figur, in dem Fall ungewaschenen Kies oder Sand mit Blähton und etwas Kompost mischen. Mit seinen leuchtenden Blüten zieht er auch Hummeln und andere Wildbienen an. Den heimischen Gewöhnlichen Hornklee oder seinen Samen könnten Sie über eine Wildstaudengärtnerei im Internet beziehen.

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